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So steht es um die Top 10-Trends der digitalen Logistik

Die technologische Vernetzung bringt auch im Logistikbereich wichtige neue Impulse. Aber was hat sich mittlerweile getan? Zeit für einen Status-Quo-Check.

Das Logistik-Imperium schlägt zurück!

Container in den Farben Rot und Blaub © Eyeem
© Eyeem

Bestellungen, die schon vor dem Klick auf „Jetzt kaufen!” den Weg zum Käufer antreten. Warenhäuser, die miteinander kommunizieren. Produkte, die erst während der Zustellung im Lieferfahrzeug per 3D-Drucker hergestellt werden.

Wer sich mit der Zukunft der Logistik beschäftigt, fühlt sich schnell wie in einem abgefahrenen Science-Fiction-Blockbuster. Doch so utopisch einige der mehr oder minder skurrilen Dauerbrenner der Logistikbranche auch anmuten: An Visionen wie Anticipatory Logistics und rollenden Fabriken führt für Logistiker kein Weg mehr vorbei, wenn sie auch in den kommenden Jahren noch Erfolge einfahren wollen. Zehn Trends – und wie es aktuell um sie bestellt ist.

Die 10 Logistiktrends der Zukunft – und wo wir heute stehen

1. Gedankenlesen leicht gemacht

Big, bigger, Big Data: Dank immenser Datensätze lernen Online-Händler ihre Kunden und deren Bedürfnisse immer besser kennen – und könnenn heute schon voraussehen, was sie morgen bestellen werden. Das hat direkte Folgen für die Logistikservices: Zukünftig werden Waren schon präventiv in die Region gebracht, in denen sie mit hoher Wahrscheinlichkeit bald bestellt werden. Vorreiter ist aktuell der Versandriese Amazon, der das Potenzial von Anticipatory Shipping – also des vorrausschauenden Sendens – schon 2014 erkannt hat und prompt ein Patent darauf anmeldete.

2. Kollege Roboter

Roboter-Boom in der Logistik! Kaum eine Branche ist den blechernen Helfern gegenüber so aufgeschlossen und nutzt sie so intensiv. Denn dank der fortschreitenden technischen Entwicklung können die digitalen Assistenten immer mehr Aufgaben in der Lieferkette übernehmen – ohne, dass die Servicequalität leidet. Vor allem Kooperationen zwischen Startups und Branchenschwergewichten treiben diese Entwicklung voran.

3. Logistik durch ganz neue Augen sehen

Produktscanner gehören zum Alltag vieler Logistik-Mitarbeiter. Dank Datenbrillen und Augmented Reality-Lösungen können sie in ihrer tagtäglichen Arbeit zusätzlich enorm entlastet werden. Denn werden notwendige Informationen über die Artikel in den Lagerregalen im Hier und Jetzt eingeblendet, haben die Mitarbeiter beide Hände frei. Außerdem werden sie durch Alarmsignale direkt auf Fehler hingewiesen. Daher überrascht es nicht, dass die Zahl der Logistikunternehmen, die mit Augmented Reality experimentieren, jährlich zunimmt.

4. Die rollende Fabrik

Der Lieferwagen 4.0 ist kein reines Zustellauto mehr, sondern funktioniert als rollende Fabrik. Im Inneren werden Waren auf Nachfrage per 3D-Drucker auf dem Weg zum Kunden hergestellt – und direkt zum Kunden transportiert. Noch ist das allerdings Zukunftsmusik, denn die technischen Probleme der Produktion während der Fahrt sind enorm.

5. Warenhäuser, vernetzt euch!

Keine Logistik 4.0 ohne das Internet of Things. Die miteinander vernetzten Objekte und Warenhäuser ermöglichen es nicht nur, aktuelle Zustandsinformationen über einzelne Artikel untereinander auszutauschen, sondern unterstützen auch die Evolution intelligenter Lieferservices und neuer Geschäftsmodelle. Eine Chance, die vor allem junge Branchenpioniere ergreifen.

6. Logistik, die elektrisiert

Egal, ob in der Luft als Drohne oder als Lieferwagen auf deutschen Straßen: Auch die Logistik muss nachhaltiger werden. Elektroantriebe sind eine mögliche Lösung, auf die bereits zahlreiche Logistikunternehmen setzen. Branchenstandard ist der grüne Antrieb allerdings noch lange nicht.

7. Selbst ist der Lieferwagen

Apropos Lieferwagen: Elektromobilität ist nicht die einzige Neuerung, die den Lieferverkehr grundlegend verändern wird – dem Autonomen Fahren wird eine ähnliche Disruptionskraft zugeschrieben. In den USA sind bereits die ersten Prototypen der Roboterautos unterwegs, in Deutschland steckt man aktuell noch in der Entwicklungsphase.

8. Marktschreier 4.0

Günstiger, qualitativer, schneller: Der Konkurrenzdruck unter den Logistikern ist immens. In der B2B-Branche ist es längst gang und gäbe, die verschiedenen Anbieter miteinander zu vergleichen – und entsprechende Marktplätze sollen dies künftig auch Privatpersonen ermöglichen. Das DHL Logistics Trend Radar 2018/19 geht davon aus, dass es in den nächsten fünf Jahren soweit sein wird.

9. Sharing is caring

Die Sharing Economy ist auch in der Logistik angekommen. Vor allem Multi-Customer Warehouses – verschiedene Kunden der Logistiker nutzen ein gemeinsames Warenlager, um das Supply Chain-Management zu vereinfachen – und Urban Discreet Warehousing, bei dem Privatpersonen über eine Online-Plattform vakante Lagerflächen zur Verfügung stellen, sind laut des DHL Logistics Trend Radars 2018/19 zwei Entwicklungen, an denen kein Weg mehr vorbeiführt. Daher überrascht es nicht, dass sich vor allem Startups um entsprechende flächendeckende Lösungen bemühen.

10. To infinity and beyond

Auch an der Schnittstelle von Raumfahrt und Logistik wird zunehmend gearbeitet. Was absurd klingt, ist in Zukunft für eine funktionierende Logistik essentiell: Beispielsweise haben Satelliten-Navigationssysteme das Potenzial, die sichere Nachverfolgung von Lieferungen weiter zu optimieren. Doch für dieses New-Space-Ökosystem fehlt in Deutschland bis dato die notwendige Infrastruktur.

 

Artikelbild: Eyeem

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