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Mobiles Hessen 2020 - Digitale Vernetzung in der Mobilität

Mobiles Hessen 2020

Metropolregionen wie das Rhein-Main-Gebiet zeichnen sich durch eine hohe Bevölkerungs- und Arbeitsplatzdichte aus. Als attraktiver Standort für die Wirtschaft haben solche Regionen hohe Ansprüche an das Mobilitätsangebot. Doch je mehr Verkehr aufkommt, desto größer wird die Belastung für die Bevölkerung. Das Land Hessen bündelt daher in dem Programm „Mobiles Hessen 2020“ Angebote und Ideen, den Verkehr für die Bevölkerung zu optimieren – und setzt dabei auch auf die Digitalisierung.

Hessen ist ein zentraler Verkehrsknoten in Deutschland und Europa. Rund 60 Millionen Passagiere und zwei Millionen Tonnen Fracht kreuzen pro Jahr den Flughafen in Frankfurt. Täglich sind neun von zehn Hessen unterwegs – etwa 5,4 Millionen Männer, Frauen und Kinder. Wenn sich so viel bewegt, ergeben sich auch Herausforderungen für den Verkehr, die Infrastruktur und die Einwohner.  Es kommt zu Staus, Schadstoffemissionen und Lärmbelästigungen.

„Mobiles Hessen 2020“ setzt auf Vernetzung

Bahnverkehr

Als nachhaltige Lösung für die Verkehrsbelastung setzt die hessische Politik stark auf Vernetzung. So verknüpft das Programm „Mobiles Hessen 2020“ des Hessischen Wirtschaftsministeriums unterschiedliche Mobilitätsformen mithilfe moderner Technologien. Hessen Trade & Invest begleitet das Programm, das den Verkehr in Hessen insgesamt flexibler, effizienter und umweltverträglicher gestalten will. Andreas Schwerin, Projektmanager Mobilität bei Hessen Trade & Invest, sieht besonders in der Digitalisierung eine Chance: „Fast jeder besitzt heutzutage ein Smartphone. Wäre es nicht erstrebenswert, wenn mir mein Smartphone am Morgen sagen könnte, wie ich auf dem schnellsten Weg zur Arbeit komme? Und ich dann automatisch ein Carsharing-Fahrzeug oder Tickets für Bus und Bahn buchen kann? Eine intelligente Vernetzung der Verkehrsmittel kann das erreichen.“

Nahmobilität: kurze Wege clever verknüpft

Radfahrer

Eine effizient vernetzte Mobilität schließt auch Fußgänger und Radfahrer ein, etwa in der Hessischen Nahmobilitätsstrategie. Dabei sollen Fuß- und Radverkehr besser mit dem ÖPNV verknüpft werden. Ein „Nahmobilitäts-Check“ unterstützt Kommunen bei der Planung. In der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH) haben sich fast die Hälfte der hessischen Kommunen sowie Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammengefunden. Damit fungiert die AGNH als Netzwerk, in dem Erfahrungen ausgetauscht, Ideen entwickelt und Projekte umgesetzt werden.

Vernetzter Verkehr: Digitalisierung macht’s möglich

Um Menschen schnell, günstig und umweltfreundlich mobil zu vernetzen, bietet die Digitalisierung zahlreiche Möglichkeiten. Dazu zählen etwa dynamische Wegweiser, aber auch Car-to-X-Kommunikation, deren Entwicklung in Hessen vorangetrieben wird. So lassen sich auf 92 Kilometern auf der Autobahn A5 bei hohem Verkehrsaufkommen die Seitenstreifen freigeben. Ebenso können im Cooperative ITS Corridor Rotterdam – Frankfurt/M. – Wien Informationen zum aktuellen Verkehrsgeschehen und zu Tagesbaustellen schnell in die Fahrzeuge von Verkehrsteilnehmern gesendet werden, wenn die im Fahrzeug verwendeten Systeme dies unterstützen.

Carsharing: digitale Lösung für den ländlichen Raum

Carsharing bietet dank digitaler Mietplattformen viele Vorteile und schont in Kombination mit Elektrofahrzeugen die Umwelt. Derzeit wird es vor allem in Großstädten angeboten, doch auch für den ländlichen Raum ergeben sich Möglichkeiten. Wie das konkret aussehen kann, zeigen die beiden Gemeinden Mörfelden-Walldorf und Friedrichsdorf im Rhein-Main-Gebiet. In dem Verleihkonzept fungieren die Stadtverwaltungen als Ankermieter für die Carsharing-Flotte. In erster Linie stehen die Fahrzeuge der Verwaltung und den örtlichen Gewerbetreibenden zur Verfügung. Morgens und abends sowie an Wochenenden können aber auch Bürger auf das Angebot zugreifen. Die Fahrzeuge stehen an zentralen Plätzen und werden über eine Internet-Buchungsplattform ausgeliehen. Die Schnellladesäulen werden mit Strom aus erneuerbaren Quellen gespeist. Im ländlichen Raum können die Einwohner so mobil bleiben und mit der e-Komponente die Umwelt schonen.